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Nals ist das Sals in der Suppe

Das XXL-Turnier der 4. Kategorie im Etschtal mit 261 individuellen Einschreibungen zwischen vier Bewerben (Herren und Damen, Einzel + Doppel) liefert in der brütenden Ferragosto-Hitze auf ganzer Linie: allein an den ersten fünf Turniertagen wurden sage und schreibe 130 (!) Matches über die Bühne gebracht. Wenn man sich die Monster-Tableaus bei den Herren so ansieht, blieb dem OK-Team um Präsident Joachim Mair und Oberschiedsrichter Giampaolo Luisi aber auch nichts anderes übrig, als mit Vollgas zu pushen: die Zahlen der Qualifikanten der einzelnen Tabelloni – Q17, Q18…ja gar Q26 (!) – sieht man sonst nur beim Bingo. Und auch die Ladies, die am Start sind, scherzen absolut nicht und duellieren sich in einem tollen Feld. Der heutige Dienstag liefert dabei mit 21 Partien den optimalen Übergang in die Crunch Time – wir haben uns deshalb die goldene Mitte ausgesucht, um mit unserem Zwischenbericht zurück-, aber auch vorauszublicken.

Das Niveau der Progart Trophy auf den vier malerischen Clay-Plopp-Courts von Nals ist bemerkenswert hoch und – ein weiteres gutes Indiz für die lokale Szene – sehr eng beieinander: allein 30 (!) Matches gingen im Einzel der Herren in der ersten Turnierhälfte in den Champions-Tiebreak. Und damit nicht genug: oft dauerte die finale Kurzentscheidung über die regulären zehn Punkte hinaus an. Ein Blick auf die Ergebnisse offenbart ein ganzes Meer an Endergebnissen mit 11-9, 12-10 oder 13-11. Wow! Aus der Reihe an Krimis stach dabei nochmals die Partie zwischen Michael Alber und Matteo Zanin hervor: bei ihnen stand am Ende ein unglaubliches 6:4, 4:6, 22-20 (!) aus der Sicht des ersteren. 42 Points: da hätte man doch gleich den dritten Satz ausspielen können! *höhö*

Irgendwo erstarren Columbo und Agatha Christie sowie die alten Griechen und Römer vor Neid. Drama, Baby, Drama!

Auch abseits der Nailbiters im Champions-Tiebreak gibt es richtig starke Begegnungen zu bewundern: in einer deutlich früheren Wiederauflage des letztjährigen Viertelfinalduells sicherte sich Horst Ohnewein aus Terlan durch ein 6:0, 7:6 die Revanche gegen den Unterlandler Andreas Goller. “Capitano” Horst, wie ihn seine Mannschaftskollegen liebevoll nennen, trat nach seinem Sieg am Dienstagmorgen vor das Plopp-Mikro.

Nun steigen die drei großen Favoriten ins Geschehen ein: die Nummer 1 des Turniers, Stefano Siddi (er trifft auf Samuel Müller zum Auftakt), Landesmeister Michael Haller (er bekommt es mit Wiederholungstäter Armin Gruber zu tun, der als 4.5er erneut einen wahren Lauf starten konnte) und der zweimalige Nals-Champ Harald Gasser (er duelliert sich mit Lokalmatador Rafael Mair) scharren mit den Hufen und werden wohl am morgigen Mittwoch ihre Debüts geben. Besonders brisant: im Achtelfinale könnte es zum Duell zwischen Haller und Gasser kommen – doch Gemach, Gemach…so weit sind wir noch lange nicht. *plopp*

Bei den Ladies nähern wir uns langsam, aber sicher, der Runde der letzten 16, wo einige Geheimfavoritinnen auf den Titel in den Turnierbetrieb einsteigen werden: Katharina Ausserer, Noemi Thaler, Alexandra Rienzner, Roswitha Kritzinger, Helene Pircher, Barbara Protti und Hanna Vonmetz sind nur einige der Namen, die den beiden topgesetzten Damen – Gastgeberin Anna Lang und Miriam Tavernini – Paroli bieten möchten.

Und auch die ersten Partien im Doppel machen schon so richtig Lust auf mehr. Also: kommt in der heißen (no pun intended) Phase vorbei nach Nals, um euch dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen. Am besten könnt ihr euren Aufenthalt bei der Hitze mit einem Schwimmbad-Besuch und damit einem Sprung ins kühle Nass kombinieren. Hat was, just sayin’. Jedenfalls wird das Tennis in Nals für diese Woche das Sals in der Suppe bleiben!

Hier gibt es alle Infos zur Progart Trophy in Nals!

Völser Herren dominieren Heimturnier, Selle verteidigt Titel

Eine weitere Etappe der Mountain Tennis Trophy ist in den Büchern: der ASV Völs Tennis veranstaltete vom 04. bis zum 16. Juni 2024 nach St. Ulrich, Neumarkt und Kaltern den vierten Akt der beliebten, regionalen Turnierserie – und konnte, wie seine Vorgängerclubs, mit einem bestens organisierten Bewerb für ein regelrechtes Tennisfest für alle Beteiligten sorgen.

Champion Horst Rieder beim Aufschlag auf dem Centre Court während des Endspiels vor prächtiger Natur-Kulisse

Mit 64 Herren und 43 Damen lockten die Veranstalter um Präsidentin Silvia Nössing und Oberschiedsrichter Ezio Bosin ein stattliches Feld auf die malerische Anlage des Peterbühl – doch vor allem bei den Herren sollten in diesem Jahr die heimischen Hoffnungen allen die Show stehlen: im Open-Turnier war es nämlich der gebürtige Völser Horst Rieder (TC Rungg | 2.4), an Nummer 2 gesetzt, der in seinem Heimatdorf im dritten Anlauf als Champion hervorging. Nachdem der Weltenbummler – der Tennissport hat Horst u.a. bisher auf die Malediven oder den Mittleren Osten gebracht, wo er etwa als Hitting Partner für Andy Murray im Einsatz war – mit zwei überzeugenden Leistungen über Gabriel Gruber (TC Kaltern | 2.8 | 6:3, 6:1) im Viertel- und Leonardo Penasa (ATA Battisti Trient | 2.4 | 6:0, 6:1) im Halbfinale aufhorchen ließ, kam es im Endspiel zum Aufeinandertreffen mit Titelverteidiger Mattia Bernardi (ATA Battisti Trient | 2.4). In einer hochklassigen Angelegenheit sicherte sich Rieder durch ein 6:4, 6:4 verdientermaßen den Heim-Triumph.

Gab während des gesamten Turnierverlaufs keinen Satz ab und überzeugte mit konstant guten Leistungen: der gebürtige Völser Horst Rieder

„Ich bin natürlich sehr zufrieden, es war ein einwandfreies Turnier für mich – ich habe ein wenig den Druck gespürt, weil ich unbedingt hier zuhause gewinnen wollte, aber ich war von Anfang an solide und habe keinen Satz verloren. Auch heute war ich in den wichtigen Momenten da, habe den Ball einmal mehr als mein Gegner ins Feld bekommen – und das hat heute gereicht, deshalb bin ich überglücklich“, so der Sieger im Plopp-Interview.

Schaffte nach zwei Finalniederlagen endlich den Heimsieg in der dritten Kategorie der Herren: Johannes Köb

Rieder reihte sich in eine ganze Reihe Völser Heimsiege am Final-Wochenende ein, nämlich deren drei an der Zahl: im Finale der Conclusione der dritten Kategorie der Herren konnte Johannes Köb (ASV Völs | 3.1) einen durch Fieber etwas angeschlagenen Manuel Pavia (ASV Lana | 3.1) souverän mit 6:3, 6:1 besiegen und somit bei seiner dritten Endspiel-Teilnahme in heimischer Stätte in besagter Leistungsklasse zum ersten Mal den Siegerpokal in die Höhe recken. Im Pendanten der vierten Kategorie kam es gar zu einem Völser Derby im Titelmatch, Stefano Siddi (4.1) vermochte sich mit 6:3, 6:4 gegen Ivan Rossi (4.2) durchzusetzen.

Komplettierte das Völser Triple bei den Männern mit seinem Sieg in der vierten Kategorie: Stefano Siddi

Bei den Damen konnte die topgesetzte Sofia Selle (TC Gherdeina | 2.6) ihren Titel auf dem Hochplateau erfolgreich verteidigen und nach zwei Finalniederlagen in St. Ulrich und Neumarkt, jeweils gegen Marion Viertler, endlich ihren ersten Titel in diesem Jahr bei der Mountain Tennis Trophy feiern: nach einem Halbfinalsieg mit vielen Wendungen über Anna Costaperaria (TC Comune di BZ | 2.7 | 6:1, 3:6, 6:3)  konnte sie sich im Endspiel gegen College-Spielerin Sveva Bernardi (ATA Battisti Trient | 2.7) im ersten Satz nach 3:5- und 5:6-Rückstand aus einer heiklen Situation befreien und schließlich mit 7:6(0), 6:2 siegen. In der Conclusione der dritten Spielklasse gewann Ruth Malojer (ATC Tramin | 3.3) kampflos, während sich Maria Christina Obkircher (Haslacher SV | 4.1) in Kategorie 4 im Generationenduell mit Lisa Stürz (TC Gherdeina | 4.1) mit 6:1, 7:6(3) durchsetzte.

Spielte sich in einem bärenstarken Damen-Feld erfolgreich zur Titelverteidigung: Sofia Selle vom TC Gherdeina
Strahlende Gesichter, soweit das Auge reicht: Maria Christina Obkircher (l.) und Ruth Malojer (r.), die Siegerinnen der vierten bzw. dritten Kategorien bei den Damen